Reykjavik, Iceland
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Reykjavik, Iceland
Reykjavík ist klein genug, dass du heute weder Auto noch Bus brauchst. Vom Frühstück an der Laugavegur läufst du bergauf zur Hallgrímskirkja, von dort hinunter ans Wasser zum Sólfar, weiter am Meer entlang zu Harpa und in den alten Hafen. Nachmittags ist frei, abends wird in der Innenstadt gegessen. Zusammen sind es keine fünf Kilometer.
Im August liegen die Temperaturen meist zwischen 10 und 14 Grad, dazu kommt Wind vom Meer. Windjacke, dünne Mütze, Schuhe, die nass werden dürfen. Regen kommt hier oft von der Seite, ein Schirm nützt nichts. Leitungswasser ist überall trinkbar und gut, kauf keine Flaschen. Bezahlt wird fast durchgehend mit Karte, Bargeld brauchst du kaum. Für Grillmarkaðurinn am Abend reservierst du am besten schon vor der Reise. Der Turm der Hallgrímskirkja kostet Eintritt, die Kirche selbst nicht.
Alles hängt an einer Linie: Laugavegur, dann den Skólavörðustígur hoch zur Kirche, der Straße mit dem Regenbogen auf dem Asphalt, und über den Frakkastígur wieder hinunter bis ans Wasser. Von dort am Uferweg Sæbraut nach Westen, Sólfar und Harpa liegen direkt daran, der alte Hafen schließt sich an. Kein Abschnitt dauert länger als 15 Minuten. Taxis sind teuer und lohnen sich auf diesen Wegen nicht.
Trinkgeld ist nicht üblich, niemand erwartet etwas, und Aufrunden reicht völlig. Isländer sprechen sich mit dem Vornamen an, auch im Telefonbuch stehen die Vornamen zuerst, weil der zweite Name meist ein Vatersname ist und kein Familienname. Alkohol gibt es außerhalb von Bars nur im staatlichen Vínbúðin, und das schließt früh. Und der August ist schon der Monat, in dem die Nächte zurückkommen. Gegen 22 Uhr wird es dämmrig statt hell, die Mitternachtssonne ist vorbei.
Sandholt Bakery
Eine Bäckerei mit Café an der Laugavegur, der Haupteinkaufsstraße von Reykjavík, bekannt für Sauerteigbrot, Gebäck und Frühstück.
Hallgrimskirkja
Die lutherische Pfarrkirche über der Innenstadt, mit rund 74 Metern eines der höchsten Gebäude Islands und von fast überall in Reykjavík zu sehen.
Sun Voyager
Eine Stahlskulptur am Uferweg Sæbraut, die aussieht wie das Skelett eines Boots, dahinter die Bucht und der Esja.
Harpa and the Old Harbour
Konzerthaus und Kongresszentrum am Wasser, daneben das alte Hafenbecken mit Fischbuden und den Ausflugsbooten.
Icelandic Street Food
Ein kleines Lokal in der Innenstadt, das isländische Alltagsgerichte serviert, vor allem Lammsuppe und Fischeintopf.
Grillmarkadurinn
Ein Restaurant in der Innenstadt von Reykjavík, das isländisches Lamm, Rind und Fisch über offener Glut zubereitet.
Golden Circle, Iceland
Der Golden Circle ist die bekannteste Tagesrunde Islands und funktioniert trotzdem, weil die drei großen Stopps grundverschieden sind: ein auseinanderbrechendes Tal, eine kochende Wiese und ein Wasserfall, den du hörst, bevor du ihn siehst. Dazwischen liegen ein Milchhof mit eigenem Eis, ein Gewächshaus voller Tomaten und am Ende ein Krater mit aquamarinfarbenem See. Rund 250 Kilometer Fahrt, aber keine schwierige Strecke.
Fahr früh los. Zwischen zehn und zwei sind die Reisebusse unterwegs, danach wird es an allen drei Hauptstopps wieder ruhiger. Für Friðheimar brauchst du eine Reservierung, für Efstidalur nicht. Die Parkgebühr in Þingvellir zahlst du online oder am Automaten, das Kennzeichen wird abgeglichen. In Kerið wird ein kleiner Eintritt kassiert, einer der wenigen Orte in Island, an denen Natur etwas kostet. Zieh dich in Schichten an, am Geysir stehst du erst im Dampf und danach im Wind. Tanken lohnt sich vor der Abfahrt, unterwegs sind die Stationen dünn gesät.
Fahr die Runde gegen den Uhrzeigersinn. Über die Straße 36 nach Þingvellir, weiter auf der 365 Richtung Laugarvatn und auf der 37 nach Osten, hinter Laugarvatn liegt Efstidalur direkt an der Straße. Geysir und Gullfoss erreichst du über die 35, auf demselben Weg zurück kommst du an Friðheimar in Reykholt vorbei, Kerið liegt kurz vor Selfoss an derselben Straße. Alles asphaltiert, ein normaler Mietwagen genügt. Für die Etappen zwischen den Stopps rechne mit 20 bis 50 Minuten, für den Rückweg nach Reykjavík mit gut einer Stunde.
Þingvellir ist kein Naturpark wie andere, sondern der Ort, an dem ab dem Jahr 930 das Alþingi tagte und an dem 1944 die Republik ausgerufen wurde. Für Isländer ist das der nationale Erinnerungsort, entsprechend ruhig geht es dort zu. Das Wort Geysir ist übrigens ein isländischer Export, jede Sprache benennt so eine Quelle nach der hier oben im Haukadalur. Und dass mitten im Nordatlantik Tomaten wachsen, liegt an Erdwärme und Strom aus Wasserkraft, beides hat Island im Überfluss.
Thingvellir National Park
Ein Nationalpark im Grabenbruch zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte, mit Schluchten, Lavafeldern und dem größten See Islands.
Efstidalur II farm
Ein Milchhof an der Straße 37 zwischen Laugarvatn und Geysir, mit Eisdiele im alten Stall, Restaurant und Gästezimmern.
Geysir geothermal field
Ein Geothermalfeld im Tal Haukadalur mit dampfenden Quellen, kochenden Töpfen und dem Springquell Strokkur.
Gullfoss
Ein zweistufiger Wasserfall im Gletscherfluss Hvítá, der in eine tiefe Schlucht stürzt.
Fridheimar tomato farm
Ein Tomatenhof in Reykholt, der seine Gewächshäuser mit Erdwärme beheizt und in einem davon ein Restaurant betreibt.
Kerid crater
Ein Vulkankrater im Gebiet Grímsnes mit rostroten Wänden und einem aquamarinfarbenen See auf dem Grund.
South Coast, Iceland
Die Südküste ist die längste Fahrt der drei Tage und die, bei der die Landschaft am schnellsten wechselt. Zwei Wasserfälle direkt an der Ringstraße, dann das Kap Dyrhólaey mit seinem Felsentor, der schwarze Strand von Reynisfjara und Mittagessen in Vík. Zurück geht es dieselbe Strecke, am Ende wartet die Sky Lagoon. Etwa 380 Kilometer hin und zurück, plane den Tag also nicht zu voll.
Regenjacke und Regenhose gehören heute ins Auto, an beiden Wasserfällen wirst du nass, hinter Seljalandsfoss garantiert. Dazu wasserdichte Schuhe, keine Turnschuhe. Das Parken an Seljalandsfoss und Skógafoss kostet, per Automat oder App. Für die Sky Lagoon buchst du eine feste Uhrzeit vorher, das Handtuch ist im Eintritt, Badeschuhe sind es nicht. Der wichtigste Punkt des Tages steht nicht im Plan, sondern am Strand. In Reynisfjara nie mit dem Rücken zum Meer stehen und den Abstand halten, den die Schilder nennen.
Alles liegt an der Route 1 östlich von Reykjavík, verfahren kannst du dich kaum. Bis Seljalandsfoss sind es knapp zwei Stunden, danach 30 Kilometer bis Skógafoss, weitere 20 Minuten bis zur Abzweigung 218 hinauf nach Dyrhólaey und ein kurzes Stück auf der 215 nach Reynisfjara. Vík liegt zehn Minuten weiter östlich. Für den Rückweg nach Kópavogur rechne mit gut zweieinhalb Stunden, deshalb der späte Termin in der Lagune. Bei Sturm dauert alles länger, und halte die Autotür beim Öffnen fest, der Wind reißt sie sonst aus den Angeln.
Der schwarze Sand ist zermahlene Lava, kein Schmutz, und die Basaltsäulen an der Höhle entstehen, wenn Lava langsam und gleichmäßig abkühlt. Die Isländer erzählen sich, dass die Felsnadeln vor dem Strand zwei Trolle sind, die ein Schiff an Land ziehen wollten und vom Morgenlicht überrascht wurden. Vor dem Bad in der Sky Lagoon gilt dieselbe Regel wie in jedem Schwimmbad des Landes, nämlich ohne Badesachen und gründlich duschen. Daran hält sich wirklich jeder, und wer es überspringt, fällt sofort auf.
Seljalandsfoss
Ein rund 60 Meter hoher Wasserfall an der Südküste, hinter dessen Wasservorhang ein Pfad entlangführt.
Skogafoss
Ein 60 Meter hoher und rund 25 Meter breiter Wasserfall im Fluss Skógá, direkt an der Ringstraße.
Dyrholaey
Eine 120 Meter hohe Landzunge an Islands Südspitze mit einem großen Felsentor im Meer und einem Leuchtturm auf der Kuppe.
Reynisfjara black sand beach
Ein schwarzer Lavastrand westlich von Vík mit Basaltsäulen, einer Höhle und den Felsnadeln Reynisdrangar im Wasser.
Halldorskaffi
Ein Restaurant in Vík í Mýrdal, untergebracht in einem der ältesten Häuser des Ortes.
Sky Lagoon
Ein Geothermalbad auf der Halbinsel Kársnes in Kópavogur, mit einer Infinity-Kante direkt über dem Nordatlantik.
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