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China visumfrei bis 31. Dezember 2026: was das für eine Reise ins Jahr 2027 bedeutet

August 24, 2026 · 10 min read

VerschlagwortetAsienReisetrends
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Flache redaktionelle Illustration: ein aufgeschlagener Reisepass auf einem Grenzkontrollschalter unter einem Torbogen, dahinter ein großer Wandkalender, dessen Blätter gerade umschlagen, in gedämpftem Petrol, Sandbeige und mattem Rot

Du landest am 28. Dezember 2026 in Shanghai, ohne Visum, auf Grundlage einer Regelung, die laut Mitteilung der chinesischen Botschaft in Berlin "bis zu 24:00 Uhr am 31. Dezember 2026" gilt. Der Rückflug geht am 8. Januar. Was bist du am Neujahrsmorgen?

Darauf hat bisher keine chinesische Auslandsvertretung geantwortet. Stand 24. August 2026 ist keine Verlängerung der einseitigen Visumbefreiung ins Jahr 2027 angekündigt, und die Lücke trifft inzwischen echte Buchungen. Chinesisches Neujahr fällt 2027 auf den 6. Februar, die Tarife dafür sind längst im Verkauf. Vor allem aber laufen die Weihnachtsferien in Bayern vom 24. Dezember 2026 bis zum 8. Januar 2027 und in Hessen sogar bis zum 12. Januar. Wer die Schulferien nutzt und nicht nur ein verlängertes Wochenende plant, bucht fast zwangsläufig über den Stichtag hinweg.

Was am 24. August 2026 gilt

PunktStand
Einseitige Visumbefreiung, 30 TageGilt für 50 Länder, endet um 24:00 Uhr am 31. Dezember 2026 (Pekinger Zeit)
DeutschlandSeit dem 1. Dezember 2023 dabei, seit dem 30. November 2024 mit 30 statt 15 Tagen
Verlängerung ins Jahr 2027Nicht angekündigt. Kein Datum, kein Entwurf, nichts vom Außenministerium
RusslandSeparat bereits bis zum 31. Dezember 2027 verlängert
Visumfreier Transit, 240 StundenLäuft weiter, kein Enddatum veröffentlicht, 57 Nationalitäten (Stand 20. August 2026)
Hainan, 30 Tage ohne VisumLäuft, 59 Nationalitäten, nur innerhalb der Provinz
Einreise am 28. Dezember 2026, Ausreise im Januar 2027In keiner Mitteilung geregelt, die wir finden konnten

Die letzte Zeile ist der eigentliche Punkt. Alles darüber ist sauber dokumentiert.

Deutschland steht seit dem ersten Tag auf der Liste

Ein Reisepass liegt in dieser Illustration neben einem Wandkalender, dessen letztes Blatt sich an der Ecke hebt.

Die Visumbefreiung ist einseitig. China gewährt sie, verlangt nichts zurück, und sie gilt ausschließlich für gewöhnliche Reisepässe.

Deutschland war in der ersten Gruppe. Ab dem 1. Dezember 2023 durften Deutsche, Franzosen, Italiener, Niederländer, Spanier und Malaysier ohne Visum einreisen, damals für 15 Tage und ausdrücklich als Testlauf. Am 30. November 2024 wurde daraus ein Aufenthalt von 30 Tagen, befristet bis Ende 2025. Am 3. November 2025 hat die Botschaft in Berlin die Verlängerung bis 24:00 Uhr am 31. Dezember 2026 veröffentlicht, inzwischen für 50 Länder.

Länger als Deutschland ist niemand dabei, gleich lang nur die fünf anderen Länder der ersten Gruppe. Fast drei Jahre ohne Visum. Genau deshalb sitzt der Reflex hier tiefer als anderswo. Man bucht China mittlerweile wie Thailand, ohne einen Gedanken ans Konsulat zu verschwenden.

Zwei Ausnahmen werden dabei regelmäßig übersehen. Die Befreiung gilt nicht für deutsche Dienstpässe und nicht für vorläufige Reisepässe oder Reiseausweise als Passersatz. Wer kurz vor dem Abflug seinen Pass verliert und mit einem vorläufigen Dokument fliegt, braucht ein Visum, auch 2026.

Was der Wortlaut regelt, und was er offenlässt

Der entscheidende Satz steht in der Berliner Mitteilung, und auf Deutsch ist er sogar klarer als in der englischen Fassung:

Um den Personalaustausch zwischen China und Ausland weiterhin zu begünstigen, hat China beschlossen, die einseitige Visumbefreiung für 50 Länder bis zu 24:00 Uhr am 31. Dezember 2026 zu verlängern.

Dazu der Satz aus der Mitteilung vom November 2024: deutsche Staatsbürger können "ohne Visum nach China einreisen und sich maximal 30 Tage aufhalten".

Schau dir an, worauf sich die Frist grammatisch bezieht. Verlängert wird die Visumbefreiung, und die Visumbefreiung ist die Erlaubnis einzureisen. Die 30 Tage sind eine zweite, eigene Größe, die an dieser Einreise hängt, und kein Zeitraum, den die Frist mitmisst. Die FAQ der chinesischen Botschaft in Helsinki rechnet genauso, nämlich ab dem Tag nach der Einreise, dann 30 Kalendertage.

Nach der naheliegenden Lesart muss also deine Einreise in den Zeitraum fallen, nicht dein Aufenthalt. Landest du am 28. Dezember, laufen deine 30 Tage bis zum 27. Januar 2027, egal was die Regelung an Neujahr macht.

Wir halten diese Lesart für richtig. Wir würden trotzdem keine Reise darauf setzen.

Geschäftlich reisen ja, arbeiten nein

Eine frontal gezeichnete Grenzkontrolle am Flughafen mit einer Spurabtrennung und einer leeren Kabine.

Für deutsche Reisende ist das der Absatz, der am meisten Geld kostet, wenn man ihn überliest. Die Botschaft zählt die erlaubten Zwecke einzeln auf: geschäftliche und touristische Reisen, akademischer und kultureller Austausch, Besuchsreisen und Transit. Erwerbstätigkeit steht nicht dabei, und das ist keine Formalie.

Das Auswärtige Amt formuliert es in den Reise- und Sicherheitshinweisen (Stand 24. August 2026) unmissverständlich: "Viele kurzfristige Tätigkeiten, die früher mit Geschäftsreisevisum (Typ M) ausgeübt werden konnten, sind jetzt nur noch mit Arbeitsvisum (Typ Z) nach Einholung einer Arbeitserlaubnis möglich." Genannt werden unter anderem Forschung, Filmaufnahmen und Montagearbeiten.

Für den deutschen Mittelstand liegt hier die Trennlinie. Messe in Shanghai, Verhandlung beim Zulieferer, Werksbesichtigung, Lieferantenaudit: visumfrei möglich. Der Techniker, der beim Kunden eine Anlage in Betrieb nimmt oder eine Störung behebt, braucht ein Z-Visum mit vorheriger Arbeitserlaubnis. Daran ändert die Verlängerung nichts, und daran würde auch eine Verlängerung bis 2028 nichts ändern. Wer im Dezember ohnehin hektisch die Visumfrage klärt, sollte diese Unterscheidung gleich mitklären.

Zwei weitere Pflichten gehen in Reisestellen gern unter. Nach jeder Einreise musst du dich innerhalb von 24 Stunden beim zuständigen Public Security Bureau anmelden. Im Hotel passiert das automatisch beim Check-in, in einer Firmenwohnung oder privat bei Kollegen nicht. Und beim Pass ist die Logik umgekehrt zur Intuition. Visumfrei muss er nur für die Dauer des Aufenthalts gültig sein, mit Visum mindestens sechs Monate. Die Einreisekarte gibt es seit dem 20. November 2025 digital bei der Einwanderungsbehörde, das Papierformular ist weg.

Warum der Zweifel bleibt

Nichts von dem, was veröffentlicht ist, schließt die Frage. Wir haben die Berliner Mitteilungen von 2023, 2024 und 2025 gelesen, dazu die Hinweise des Auswärtigen Amts und die FAQ mehrerer Botschaften. In keiner steht ein Satz über einen Aufenthalt, der die Regelung überlebt. Schweigen ist kein Hinweis, in keine Richtung.

Es gibt auch keinen Präzedenzfall, weil die Grenze noch nie erreicht wurde. Der Testlauf sollte am 30. November 2024 auslaufen und wurde am 22. November verlängert, acht Tage vorher. Die Frist zum 31. Dezember 2025 wurde am 3. November 2025 verlängert. Es stand also noch nie jemand an dem Morgen in China, an dem diese Regelung tatsächlich abgelaufen war. Kein Beamter musste je darüber entscheiden.

Und entschieden würde es an der Grenze oder auf dem Revier, wo deine Unterkunft gemeldet ist, von einem Menschen, der den Text so anwendet, wie er in dieser Woche dasteht. Recht zu haben und es um 6:00 Uhr morgens in Pudong durchzusetzen sind zwei verschiedene Dinge.

Unsere Empfehlung, und der 1. Dezember 2026

Zwei Linien laufen über eine abstrakte Karte auseinander, eine führt weiter, die andere endet an einer Markierung.

Zwei Ratschläge, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen.

Wenn dein Aufenthalt ins Jahr 2027 hineinreicht, ändere etwas. Entweder die Reise endet komplett im Dezember, oder du beantragst ein normales L-Visum und denkst nicht mehr darüber nach. Die Rechnung ist einseitig: 110,45 Euro und ein Termin im Visumzentrum gegen eine Reise, die am 5. Januar an einem Schalter scheitert. Für Familien mit Schulkindern heißt das im Klartext, dass die Weihnachtsferien in ihrer natürlichen Form, also raus am 23. oder 24. Dezember und zurück nach dem 6. Januar, genau die Konstellation sind, die ein Visum braucht.

Wenn deine Reise komplett in 2027 liegt, buche die Flüge und warte. Beantrage jetzt noch nichts.

Warten ist kein Optimismus, sondern eine Rechnung auf chinesischer Seite. 2025 sind 30,08 Millionen Ausländer visumfrei eingereist, 73,1 Prozent aller Einreisen von Ausländern und ein Plus von 49,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach Zahlen des Statistikamts vom 28. Februar 2026. China hat die Regelung zweimal verlängert, von sechs auf fünfzig Länder ausgeweitet und im Mai 2026 für russische Staatsangehörige bereits bis zum 31. Dezember 2027 festgeschrieben. Eine Regierung, die solche Zahlen veröffentlicht, sucht keinen Weg, den Hahn zuzudrehen.

Gib dir deshalb ein Entscheidungsdatum statt einer Hoffnung: den 1. Dezember 2026. Beide bisherigen Verlängerungen lagen zu diesem Zeitpunkt vor. Wenn an diesem Morgen nichts angekündigt ist, beantrage das Visum und behandle eine spätere Ankündigung als Geld, das du eben nicht zurückbekommst.

Für Reisestellen ist dieses Datum kein privater Merkposten, sondern eine Richtlinie. Wer regelmäßig Leute nach China schickt, schreibt den 1. Dezember am besten in die Reiserichtlinie, denn wenn alle gleichzeitig zur selben Erkenntnis kommen, wird es im Dezember in den Visumzentren nicht gemütlich.

Der Plan B, und was die Flüge ab Frankfurt und München dazu sagen

Das gewöhnliche Touristenvisum ist die langweilige Antwort und zugleich die vollständige. Es macht jeden Absatz hier oben für dich irrelevant. Visumzentren gibt es in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt (Bockenheimer Landstraße) und München (Lutzstraße). Für einen deutschen Pass stehen in der Preisliste des Visumzentrums (Stand 5. Juni 2026) 45 Euro Visagebühr, 55 Euro Servicegebühr und 10,45 Euro Mehrwertsteuer, zusammen 110,45 Euro bei Abholung vor Ort. Der Expressservice kostet 44,80 Euro extra, der Urgent-Service 66,70 Euro, Rückversand kommt oben drauf. Eine feste Bearbeitungsdauer nennt das Zentrum öffentlich nicht, es empfiehlt lediglich, das Visum drei Monate vor der Einreise zu beantragen. Rechne im Dezember mit mehr, nicht mit weniger.

Die zweitbeste Lösung für kurze Reisen ist der visumfreie Transit für 240 Stunden. Das ist eine eigene Regelung, ohne veröffentlichtes Enddatum, seit dem 20. August 2026 für 57 Nationalitäten, an 65 Grenzübergängen in 24 Provinzen, mit bis zu zehn Tagen Aufenthalt. Die Bedingung ist keine Formsache. Du brauchst ein bestätigtes Weiterflugticket in ein drittes Land oder eine dritte Region. Frankfurt, Chengdu und zurück reicht nicht. Frankfurt, Chengdu, Bangkok reicht. Die Liste überschneidet sich stark mit der Visumbefreiung, ist aber nicht identisch, also prüfe deine Staatsangehörigkeit bei der Einwanderungsbehörde. Wie das praktisch abläuft, haben wir aufgeschrieben, als Vietnam in die Transitregelung aufgenommen wurde.

Ausgerechnet die deutsche Flugsituation hilft dabei. Lufthansa hat Frankfurt nach Peking im Oktober 2024 eingestellt und nimmt die Strecke auch im Sommer 2026 nicht wieder auf. Geflogen werden ab Frankfurt zehn wöchentliche Verbindungen nach Shanghai und sieben nach Hongkong, ab München je sieben nach Peking und nach Shanghai (Stand 20. Januar 2026). Als Grund nennt Lufthansa, dass chinesische Airlines seit rund vier Jahren über russisches Gebiet fliegen und europäische nicht, was kürzere Strecken und niedrigere Kosten bedeutet. Für dich heißt das, dass du ab Frankfurt nach Peking ohnehin umsteigst oder bei einer chinesischen Airline sitzt. Und wer sowieso umsteigt, baut ein Drittlandticket für den 240-Stunden-Transit leichter ein, als es klingt.

Hainan ist die dritte und engste Option: 59 Nationalitäten, 30 Tage, und du darfst die Provinz nicht verlassen. Das ist Strandurlaub, keine Chinareise.

Der Rest folgt daraus, dass du das Einreisedatum als Variable behandelst und nicht als Fakt. Nimm die Tarifklasse, in der sich der Hinflug umbuchen lässt, auch mit kleinem Aufpreis, denn dieser Aufpreis ist der Preis der ganzen Absicherung. Und trage den 1. Dezember als datierten Punkt in die Planung ein, nicht als vage Absicht, die dir im Oktober wieder einfällt. Verschiebst du die Einreise um vier Tage, sollte sich alles Nachfolgende von selbst neu sortieren, und genau das spricht dafür, die Reise dort zu planen, wo neu gerechnet wird, statt ein Dokument einzufrieren, das du danach von Hand umschreibst.

Eine Sache noch, weil sie genau im falschen Moment zubeißt. Deine Apps und chinesische Mobilfunknetze vertragen sich nicht, und die Ankunftshalle ist der Ort, an dem Roaming richtig teuer wird. Kauf die Verbindung zu Hause. Was Tagespässe im Vergleich zu Reise-eSIMs wirklich kosten, haben wir durchgerechnet.

Die Verlängerung kommt wahrscheinlich im November, so wie 2024 und 2025. Wahrscheinlich ist nur kein Dokument, das du an der Grenze vorzeigen kannst. Setz dir dein eigenes Datum und lass Peking bei seinem bleiben.

Du planst eine Chinareise, die 2027 berührt? Plan sie in Travolp und halte das Einreisedatum so, dass der Plan es abfedern kann.

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